Was sind die besten pflanzlichen Schlafmittel?

Kennst du den Ausspruch: Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen? Gegen Schlafprobleme liefert die Naturapotheke sogar mehrere Kräuter, wie Lavendel, Melisse, Baldrian, Hafer und Hopfen. Diese schlaffördernden Heilpflanzen haben sich seit Jahrhunderten bewährt und kommen auch heute als pflanzliche Schlafmittel zum Einsatz. Finde heraus, welches Mittel deinen Schlaf verbessern kann.

Als Shakespeare von „Schlummersäften der Natur“ schrieb, führte er Mandragora (Alraune) und Mohn (Schlafmohn) als namentliche Beispiele an. Davon lass bitte die Finger, das eine ist stark giftig, das andere unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Als weniger bedenklich gelten dagegen Arzneipflanzen, die von der Europäischen Kommission Herbal Medizin Product Committee (HPCM) anerkannt sind. In deren Arzneimittellexikon findest du umfassende Informationen zu diesen Pflanzen. Wo wissenschaftliche Beweise für die medizinische Wirkung und Unbedenklichkeit fehlen, klassifiziert die HPCM die betreffenden Kräuter als traditionelles Arzneimittel (tradtional use).

Pflanzliche Schlafmittel sind meist frei verkäuflich und das Angebot ist riesig. Dabei hast du die Wahl zwischen verschiedenen Darreichungsformen, also Tees, Dragees, Tabletten, Öl, Tropfen oder Badezusätze. Außerdem sind in vielen Präparaten zwei oder noch mehr Kräuter miteinander kombiniert, die gleichzeitig gegen andere Beschwerden wirken können. Grundsätzlich könntest du Kräuter selbst anbauen oder sammeln und deinen Schlaftrunk brauen. Wer sich nicht hundertprozentig damit auskennt, greife besser zu Fertigprodukten aus dem Handel und beachte die Hinweise zur Dosierung und möglichen Nebenwirkungen.

Welches pflanzliche Schlafmittel am besten ist?

Bei der Suche nach dem besten pflanzlichen Schlafmittel spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Kannst du nicht einschlafen, schläfst du nicht durch oder ist dein Schlaf unruhig und wenig erholsam? Wo liegen die Ursachen, was bringt dich um die Nachtruhe, wie stark ist die Schlafstörung ausgeprägt?
Damit du besser unterscheiden und gezielt auswählen kannst, betrachten wir die gängigsten Schlafkräuter etwas genauer. Wenn nicht anders erwähnt, sind diese Drogen von der HPCM als traditionelle Arzneimittel gegen Schlafprobleme eingestuft.

Video: Baldrian erkennen - Pflanzliches Schlafmittel – Wirkung – Anwendung

Baldrian

Er gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen, wobei nur die Wurzel als Pflanzendroge verwendet wird. Baldrian gilt als beruhigend und leicht krampflösend, deshalb wird er gegen nervös bedingte Einschlafstörungen eingesetzt. Speziell Trockenextrakte aus der Baldrianwurzel zur Behandlung von Schlafstörungen hat die HCPM als „anerkannt medizinisch wirksam“ (well-established use) eingestuft. Dies gilt auch in Kombination mit Hopfenzapfen. Traditionell, auf langjähriger Erfahrung beruhend, wird die Baldrianwurzelschnittdroge auch in anderen Zubereitungsarten verwendet, beispielsweise als Flüssigextrakte, Baldriantinktur und Baldrianöl.

Hopfen

Für die Pflanzenapotheke sind die Zapfen der weiblichen Hopfenpflanze interessant. Inhaltsstoffe der Hopfenzapfen sollen ähnlich wie das Schlafhormon Melanin wirken, allerdings fehlt der wissenschaftliche Beleg durch klinische Studien dafür. Trockenextrakte aus Hopfen und Baldrianwurzel hat die HPCM zur Behandlung von Schlafstörung als well-established use eingestuft.

Lavendel

Beim Lavendel sind die Blüten die Droge und werden als Lavendelblüte oder Lavendelöl angeboten. Die Inhaltsstoffe sollen beruhigend wirken und funktionelle Bauchbeschwerden wie Reizmagen oder Blähungen lindern. Lavendeldrogen sind als Schlafhilfe geeignet, leichte Stress- und Erschöpfungszustände können damit ebenfalls behandelt werden.

Melisse

Von der Melisse werden die Blätter als Pflanzenarznei genutzt. Melissenblätter können Stresssymptome sowie Magen-Darmkrämpfe lindern und haben sich als Hilfe zum Einschlafen bewährt.

Passionsblume

Die Droge der Passionsblume umfasst die oberirdischen Pflanzenteile, und zwar vorwiegend Blätter aber auch Blütenteile und Fruchtteile. Durch klinische Studien ist die positive Wirkung gegen nervöse Unruhezustände belegt, zudem bestätigen langjährige Erfahrungen die Hilfe bei Einschlafproblemen.

Hafer

Arzneilich verwendet werden oberirdische Teile des Hafers, konkret sind das Haferkraut, Haferfrüchte und Haferstroh. Zubereitungen aus Haferkraut können leichte Stresssymptome lindern und als Schlafhilfe eingesetzt werden.  

Wenn dich also Sorgen, Ängste, innere Unruhe, Stress und Ähnliches um den Schlaf bringen, könnten diese Schlafkräuter helfen.

In Kombi-Präparaten ergänzen sich die Inhaltsstoffe der Kräuter miteinander, wodurch sich die Chance auf eine bessere Schlafqualität erhöht. Erwarte aber keine Wunder, vor allem keine Sofortwirkung. Meist bessert sich der Zustand erst nach einigen Tagen kontinuierlicher Anwendung, dafür machen die pflanzlichen Schlafmittel nicht abhängig.

Darüber hinaus hängt der Erfolg von deiner individuellen Situation ab. Vielleicht reicht schon ein entspannendes Lavendelbad oder ein warmer Schlaftee am Abend, eventuell brauchst du gehaltvollere Dragees oder ein paar Tropfen eines Extraktes. Achte in jedem Fall auf die Dosieranweisungen und Nebenwirkungen sind auch bei Naturprodukten möglich.

Da die Kräutermedizin oft auf Erfahrung basiert, musst du vielleicht mehrere Produkte probieren, um dein bestes pflanzliche Schlafmittel zu finden. Falls die Schlafstörungen trotzdem länger anhalten, wende dich an deinen Arzt.

Empfehlenswerte pflanzliche Schlafmittel: