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Schnarchen

chnarchen entsteht im Rachen, durch verengte Atemwege und ist meist harmlos. Auslöser können anatomische oder verhaltensbedingte Ursachen sein.

Wenn einfaches Schnarchen den Schlaf stört

Einfaches Schnarchen löst vor allem Schlafstörungen bei Personen aus, die in Hörweite schlafen. Der Schnarcher selbst leidet vor allem, weil er von den Mitschläfern ständig geweckt wird. Was oft mit Worten wie sägen, knattern und rasseln beschrieben wird, heißt in der Fachsprache übrigens Ronchopathie. Krankheitswert hat es in der Regel keinen, aus sozialen Gründen ist es trotzdem sehr lästig. Für den Partner und die Beziehung versuchen Betroffene das Problem mit Antischnarch-Mitteln zu lösen, bei anatomischen Ursachen sind teilweise chirurgische Eingriffe möglich. Leider gibt es keine Erfolgsgarantie.

Achtung: Falls zwischen zwei Schnarchgeräuschen mehrere Sekunden Ruhe herrschen, setzt vielleicht gerade die Atmung aus. Das könnte ein Symptom für eine schlafbezogene Atmungsstörung wie Schlafapnoe sein, die behandlungsbedürftig ist.

Fürs Schnarchen musst du dich nicht schämen, Berühmtheiten wie Goethe, Sokrates, Brahms, Theodor Roosevelt und zahllose Unbekannte taten es auch. Es ist eine menschliche und tierische Eigenschaft, nur rachenlose Tiere bleiben davon verschont. Denn die Schnarchgeräusche entstehen im Rachen und sie lassen sich physikalisch erklären: Bei den Betroffenen verengen sich im Schlaf die Atemwege, wodurch sich die Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft erhöht. Im flotten Atemwind flattern und vibrieren die Weichteile im Mund-Rachen-Raum, die Luft verwirbelt und erzeugt den Schnarchton. Dieser kann leise sein wie das Rascheln von trockenem Laub, aber auch laut wie ein rasender Güterzug oder die Kettensäge des Baumfällers.

Video: Schnarchen verhindern- SO geht es leichter als gedacht! (Dr. Petra Bracht)

Jetzt fragst du dich, warum die einen friedlich leise schlummern, während andere schnarchen, bis die Wände wackeln? Dafür gibt es mehrere Gründe, die teilweise in der Anatomie und im Verhalten liegen. Tendenziell nimmt der Muskeltonus mit dem Alter ab, wodurch das Risiko fürs Schnarchen steigt. Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass jeder ältere Mensch schnarchen muss. Oft tragen Übergewicht, der Genuss von Alkohol und Nikotin, Schlaftabletten und ähnliche Auslöser dazu bei. In anderen Fällen haben die Engstellen anatomische Ursachen. Dazu gehören überschüssige Schleimhaut am weichen Gaumen, vermehrtes Weichteilgewebe im Rachenraum und eine verkrümmte Nasenscheidewand.

Weitere Ursachen können Polypen in der Nase oder ein zu weit nach hinten gestellter Unterkiefer sein. Darüber hinaus kann eine zugeschwollene Nase das einfache Schnarchen auslösen, zum Beispiel bei Allergien oder Schnupfen. Mit dem Abklingen der Beschwerden verschwindet das Atemgeräusch auch wieder.

Solange das Bindegewebe und die Muskulatur im Mund-Rachen-Raum straff und angespannt sind, fließt der Atem nahezu geräuschlos. Doch sobald deren Spannung im Schlaf nachlässt oder gänzlich erschlafft, setzt der oben beschriebene Effekt ein. Bei vielen Schnarchenden klappt dann die Zunge im Schlaf nach hinten und „verstopft“ den Übergang zwischen Mund und Rachen. Bei anderen senkt sich der weiche Gaumenboden mit dem Gaumenzäpfchen in Richtung Zungenwurzel. In der Rückenlage verstärkt die Schwerkraft diesen Vorgang, deshalb schnarchen viele Personen nur in dieser Schlafposition.

Als das Forsa-Institut Paare befragte, gaben 74 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer an, dass Partner oder Partnerin schnarchen. Etwa zwei Drittel der Befragten fühlten sich durch das Schnarchen des Anderen in der Nachtruhe gestört. Rund 13 Prozent lösten das Problem durch getrennte Schlafzimmer.
https://deutschland-schlaeft-gesund.de/wp-content/uploads/2018/11/181128_DSG_forsa-Umfrage_Schnarchen.pdf

Das Umfrageergebnis zeigt, wie weit verbreitet Ronchopathie ist und wie belastend sie für eine Partnerschaft werden kann. Dementsprechend groß ist die Nachfrage nach Antischnarch-Hilfen. Manchmal hilft schon der Verzicht auf alkoholische Getränke, Nikotin und Kaffee in den Abendstunden. Darüber hinaus sind mehr oder weniger wirksame Mittel erhältlich. Das Angebot umfasst unter anderem Schlafwesten, Nasenpflaster, Nasenspreizer, Vibrationsalarm-Geräte, ätherische Öle, Kinnriemen …

Wenn trotz allem keine Ruhe eintritt und der Leidensdruck hoch ist, suchen Betroffene oft Rat bei einem Arzt. Neben dem Hausarzt ist der HNO der richtige Ansprechpartner, eventuell auch der Zahnarzt.

Ob und welche medizinische Therapie Erfolg verspricht, hängt von den Ursachen des Schnarchens ab. Überschüssiges Gewebe im Mund-Rachenraum könnte in einer OP entfernt werden, eine Verkrümmung der Nasenscheidewand lässt sich ebenfalls chirurgisch korrigieren, oder das Gaumensegel wird operativ gestrafft. Eine Erfolgsgarantie gibt es natürlich nicht. Bei einer Fehlstellung des Unterkiefers werden häufig Unterkiefer-Protrusionsschienen angepasst, die auch als Schnarcherschiene bekannt sind.

Bis die Therapie anschlägt und das Geschnarche aufhört, kann sich der Partner ja mit einem Gehörschutz wie Ohrenstöpseln die Nachtruhe sichern.

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