Was ist Schlafwandeln und was kann ich dagegen tun

Was ist Schlafwandeln (Nachtwandeln) und kann man etwas dagegen tun? Vermeiden der Auslöser schlafwandlerischer Episoden und Therapien der Schlafstörung:

Was ist Schlafwandeln und was lässt sich dagegen tun?

Schlafwandeln ist eine spektakuläre Schlafstörung. Mondsüchtige, die bei Vollmond auf dem Dachfirst wandeln, sind heutzutage eher selten. Doch das Nachtwandeln an sich kommt relativ häufig vor, vor allem im Kindesalter. Der Fachbegriff ist Somnambulismus, abgeleitet von den lateinischen Worten für Schlaf und umherlaufen. Weil der Schlafwandler halb wach und halb schlafend agiert, sprechen einige Forscher von einer Aufwachstörung. Zu den Behandlungsansätzen zählen gute Schlafhygiene, psychotherapeutische Verfahren und medikamentöse Therapien.

Das Schlafwandeln gehört zu den Parasomnien, einer medizinischen Kategorie der Schlafstörung. Dabei handelt es sich komplexe Verhaltensweisen, die aus dem Schlaf heraus auftreten, wobei die Entstehung noch nicht vollständig geklärt ist. Als mögliche Auslöser der Episoden nennt die Fachliteratur mehrere Faktoren. Dazu gehören Schlafmangel, emotionale Belastungen, Stress, Alkohol- und Drogenkonsum, die Einnahme bestimmter Medikamente oder auch Atemaussetzer durch Schlafapnoe. Wobei Gefühle und Wahrnehmungen direkt vor dem Einschlafen eine Rolle spielen sollen.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DSGM) schlafwandeln etwa zehn bist dreißig Prozent aller Kinder mindestens einmal. Mit zunehmendem Alter treten schlafwandlerische Episoden seltener auf, ungefähr ein Prozent der Erwachsenen nachtwandeln noch. In der Regel passiert es während der ersten Nachtstunden in einer Tiefschlafphase. Im Kindes- und Jugendalter gilt das Schlafwandeln als relativ harmlos. Anders sieht es bei Erwachsenen aus, wo Experten oft andere Erkrankungen als Verursacher vermuten. Das könnten neurologische Störungen, psychische Belastung, Depressionen, chronischer Schlafmangel oder Fiber sein.

Der Ablauf, die Intensität und Dauer schlafwandlerischer Episoden unterscheiden sich.

Oft stehen die Halbschlafenden aus dem Bett auf, laufen durchs Zimmer, Haus oder gar auf die Straße. Berichten zufolge, kochen, essen, backen oder putzen Nachtwandler sogar. Andere setzen sich lediglich auf und starren murmelnd vor sich hin. Während die einen schon nach einer Minute weiterschlafen, wandeln andere zehn Minuten oder länger. Dabei haben alle die Augen geöffnet, blicken starr vor sich her und erinnern sich später nicht an die Aktivitäten.

Die sogenannte schlafwandlerische Sicherheit ist ein Mythos. Denn die Betroffenen laufen meist schnurstracks geradeaus, statt Hindernissen auszuweichen. Blaue Flecke, Schrammen und schmerzende Körperstellen zeugen morgens vom unsanften Kontakt mit Möbeln, Türpfosten und anderen Gegenständen. Meist bewegen sich die Nachtwandler auf eine starke Lichtquelle zu. Bevor elektrische Lampen erfunden wurden, schien nachts der Vollmond am hellsten und lockte die Schlafwandler an. Wahrscheinlich wurden sie deshalb als Mondsüchtige bezeichnet.

Wenn du einem Schlafwandler in Aktion begegnest, weck ihn nicht.

Führe ihn stattdessen möglichst sanft und ruhig ins Bett zurück oder beobachte ihn schützend, bis er sich von selbst wieder hinlegt. Der körperliche Zustand selbst ist ungefährlich, das Risiko liegt in der Umgebung und dem unbewussten Handeln. Falls du mit einem Nachtwandler zusammenlebst oder selbst schlafwandelst, durch Vorsichtsmaßnahmen die Gefahr der Verletzungen und von unangenehmen Vorfällen verringern. Zum Beispiel die Wohnung sicher gestalten.

- Schlafraum:

• Spitze Gegenstände und scharfkantige Möbel entfernen.
• Fensterhebel blockieren oder Fenstergitter anbringen,
• Akustische Signal anbringen, das beim Öffnen der Tür Alarm gibt und Mitbewohner weckt,

- Gefährliche Räume:

• In der Küche - Messer weckräumen, Kindersicherung im Herd aktivieren und so weiter
• Hobbywerkstatt – Maschinen und Werkzeuge einschließen;
• Zugang zur Kellertreppe versperren.

• Bei Übernachtungen in fremder Umgebung wie in Hotels, einen Zweitschlüssel am Körper fixieren (falls sich der Schlafwandler aussperrt).

Wenn Schlafwandeln durch eine Grunderkrankung entsteht, verschwindet es oft, mit der Heilung dieser Krankheit. Ansonsten lässt es sich nicht heilen, meinen viele Experten. Behandlungsansätze und Therapien zielen vor allem auf das Vermeiden von schlafwandlerischen Episoden ab. Zur Vermeidungsstrategie gehört eine entsprechende Schlafhygiene. Dabei kommt es vor allem auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus mit ausreichender Schlafzeit an.

Außerdem sollten keine provozierenden Substanzen wie Alkohol eingenommenen werden. Als Therapievorschläge nennt die DSGM Entspannungsprogramme wie autogenes Training und progressive Muskelprogression sowie psychotherapeutische Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie. Außerdem kommt eine medikamentöse Therapie unter ärztlicher Überwachung infrage.