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Ursachen: Wie entsteht eine Schlafstörung

Ursachen, wie Schlafstörungen entstehen, liegen in allen Lebensbereichen. Dazu gehören psychische und physische Problem, Gewohnheiten und Lebensereignisse.

Ursachen: Wie entstehen Schlafstörungen?

Die Ursachen, aus denen Schlafstörungen entstehen, sind vielfältig. Sie lassen sich grob in zwei große Gruppen einteilen, und zwar in körperliche Probleme (psychische und physische) und äußere Einflüsse. Fachleute sprechen dabei von extrinsischen und intrinsischen Ursachen. Als Verursacher von Schlafproblemen und nicht erholsamem Schlaf gelten vor allem Krankheiten, Stress, die Schlafumgebung und Schlafgewohnheiten.

Auf der langen Lister der Ursachen für Schlafstörungen steht Stress weit oben. Dieser englische Begriff für Druck und Anspannung bezeichnet körperliche und seelische Belastungen, die durch äußere Reize entstehen. Stressoren genannte Stressauslöser sind zahlreich und kommen aus allen Lebensbereichen. Das kann ein akutes Lebensereignis wie finanzielle Not, ein schwerer Unfall oder der plötzliche Tod eines nahen Angehörigen sein. Diese Auslöser lassen sich relativ leicht identifizieren. Schwerer erkennbar sind permanent auftretende Stressoren, die dauerhaft belasten und nicht sofort, sondern eher schleichend Schlafprobleme verursachen. Als Beispiele können unbefriedigende Partnerschaften, schwierige Arbeitsverhältnisse oder Perfektionismus dienen.

Wenn Stresssituationen ausweglos erscheinen, lang anhalten oder häufig auftreten, können Schlafprobleme entstehen.

Es beginnt mit einigen schlaflosen Nächten, Gestresste können ewig nicht einschlafen oder wachen lange vor dem Morgen auf und grübeln nach einer Lösung. Im Idealfall kommt der gesunde Schlaf zurück, wenn der Stressfaktor wegfällt. Leider passiert das nicht immer, manchmal entwickelt sich eine primäre Insomnie daraus, wie Fachleute Einschlaf- und Durchschlafstörungen nennen.

Häufig finden sich die Ursachen des gestörten Nachtschlafes in der Schlafumgebung, direkt im Schlafzimmer oder im weiteren Umfeld. Das kann das Licht der Straßenlaterne sein, das durch den Fenstervorhang fällt, aber auch Verkehrslärm von Straßen, Schienen oder Flugzonen in Wohnnähe. Dazu gehören auch die Raumtemperaturen, unangenehme Gerüche oder ein schnarchender Partner. Es gibt Menschen, die solcher Art Störfaktoren ausblenden und dabei einschlafen. Doch die Sinne nehmen die Störungen trotzdem wahr und lösen zum Beispiel kurze Aufweckreaktionen, was die Erholungsfunktion des Schlafes beeinträchtig. Eventuell liegen die Auslöser von Schlafstörungen sogar mit im Bett, beispielsweise als ungeeignete Matratze, falsches Schlafkissen oder Bettdecke. Dann liegt der Mensch unbequem, bekommt vielleicht Rückenschmerzen und Nackenschmerzen und die Schlafqualität wird schlechter.

Eine weitere Ursachengruppe bilden die Lebensumstände, insbesondere die Schlafgewohnheiten, also das Verhalten. Wer zum Beispiel häufig die Nacht zum Tag macht, lebt gegen den natürlichen Schlafrhythmus.

Mit der einen oder anderen Partynacht, wird der Körper fertig. Schwieriger wird es, wenn das Baby nächtelang schreit oder ein pflegebedürftiger Angehöriger auch nachts versorgt werden muss. Besonders riskant sind jahrelange Nachtschichtarbeit, nächtliche Bereitschaftsdienste und häufige Langstreckenflüge durch mehrere Zeitzonen. Durch Jetlag, wechselnde Schlafzeiten und das Verschieben des Nachtschlafes auf den Tag gerät die innere Uhr aus dem Takt. Diese Beispiele sind Ursachen für das Entstehen der Schlafstörung zirkadiane Schlaf-Wach-Störung.

Zu den verhaltensbedingten Auslösern von Schlafstörungen zählen auch der Konsum von bewusstseinsverändernden Drogen und der Missbrauch von Alkohol. Weil Bier und Wein schläfrig machen, gönnen sich viele Schlechtschläfer abends ein Gläschen zum Entspannen. Tatsächlich schlafen die meisten dadurch besser ein. Doch oft wachen sie schon nach drei Stunden wieder auf, weil nach dem Alkoholabbau ein Entzugseffekt auftritt. In der Regel fühlen sie sich unruhig, haben einen trockenen Mund und schwitzen, das Herz rast, erneutes Einschlafen fällt schwer. Darüber hinaus ist der Schlaf wenig erholsam, weil sich die Schlafphasen verändern oder die Atmung beeinträchtig ist, wobei Apnoen auftreten. Chronischer Alkoholgenuss, auch Alkoholismus genannt, führt fast immer zu Einschlaf- und Durchschlafstörungen.

Die optimale Schlafdauer ist bei jedem Menschen anders, einige kommen mit fünf Stunden nächtlich aus, andere brauchen sieben oder sogar acht. Die Zeiten des Mittagsschlafes, des Nickerchen am Fernseher oder beim Ausschlafen am Sonntag zählen dazu. Kurzschläfer decken durch solche Episoden schon einen Teil des natürlichen Schlafbedarfes und schlafen abends nicht ein. Darüber hinaus kann der Kurzschlaf am Tage generell zu Ein- und Durchschlafproblemen führen.

Den äußeren Ursachen, aus denen Schlafstörungen entstehen, kommst du eventuell selber auf die Spur, wobei ärztlicher Rat hilfreich ist. Anders verhält es sich mit intrinsischen Auslösern, dafür braucht es häufig eine medizinische Diagnose. Ein Arzt kann untersuchen, ob körperliche Probleme wie Krankheiten den Schlaf stören. Neben vielen anderen Erkrankungen könnten Störungen im Hormonhaushalt, Tumorerkrankungen, Erschlaffen der Atemmuskulatur, Herzinsuffizienz und häufiger Harndrang Schlafprobleme verursachen.

Wer aus bisher unerklärlichen Gründen schlecht schläft und regelmäßig Medikamente gegen ein anderes Leiden einnimmt, sollte auf den Beipackzettel schauen. Leider gehören Schlafstörungen zu den Nebenwirkungen mancher Mittel, egal ob es sich um rezeptpflichtige oder rezeptfreie Arzneien handelt.

Übrigens: In seltenen Fällen ist die Veranlagung zu Schlafstörungen genetisch bedingt, sie müssen aber nicht entstehen.

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